Ziele und Forderungen

Angesichts der besorgniserregenden Konzentration im (Lebensmittel-)Einzelhandel gehört das Thema Einkaufsmacht auf die politische Tagesordnung. Der Missbrauch der Einkaufsmacht muss unterbunden werden. Unfaire Einkaufspraktiken führen zu hohen ökologischen Folgekosten und sozialen Missständen. Sie stehen im Widerspruch zu fundamentalen Arbeits- und Menschenrechten. Die unterzeichnenden Organisationen setzen sich deswegen im Rahmen der Supermarkt-Initiative dafür ein, dass

  • die Marktmacht der Supermärkte beschränkt wird,
  • das Bundeskartellamt im Rahmen einer Sektoruntersuchung die Auswirkungen der Konzentration im Einzelhandel – insbesondere im Lebensmitteleinzelhandel – und den Missbrauch der Einkaufsmacht umfassend untersucht,
  • die Bundesregierung die Arbeitnehmer/innen, bäuerlichen Produzenten und Lieferanten in Deutschland, in der EU und in den Entwicklungsländern sowie die Verbraucher/innen vor jeglichem Missbrauch der Einkaufsmacht schützt,
  • verbindliche Regeln zur Einhaltung sozialer Menschenrechte und ökologischer Standards in der gesamten Lieferkette für alle Produkte eingeführt werden und deren Einhaltung bis in die Länder des Südens verifiziert und Nichteinhaltung ggf. sanktioniert wird,
  • auf gesetzlicher Grundlage standardisierte Publikationspflichten der Supermarktketten zu den Arbeitsbedingungen in Deutschland und innerhalb der Lieferkette geschaffen werden,
  • die Rechte der Verbraucher/innen gestärkt werden und Herkunft und Qualität von Produkten – einschließlich der sozialen Menschenrechte und ökologischen Herstellungsbedingungen – als Grundlage für die Kaufentscheidung nachvollzogen und beurteilt werden können,
  • ein Monitoring der Veränderung von Angebotstiefe und -breite in Folge steigender Marktmacht des Handels in Deutschland und Europa stattfindet.