Edeka

Edeka ist mit einem Marktanteil von knapp 30 Prozent Marktführer im deutschen Lebensmitteleinzelhandel. Das Unternehmen ist genossenschaftlich organisiert, beschäftigt ca. 290.000 Mitarbeiter/innen und betreibt rund 12.000 Märkte. Zum Unternehmen gehören die Edeka-Märkte und der Discounter „Netto“. Edeka betreibt eigene Fleischwerke, Bäckereien sowie ein Frucht- und ein Weinkontor. 2008 übernahm die Edeka-Tochter „Netto“ über 2.300 Plus-Filialen der Tengelmann-Gruppe. „Netto“ ist damit die Nummer drei unter den deutschen Discountern hinter Aldi und Lidl. Der Anteil der Markenprodukte am Gesamtumsatz beträgt bei den Edeka-Märkten 80-90 Prozent und bei den Netto-Märkten 65-70 Prozent. Das Sortiment von Netto umfasst ca. 3.600 Produkte, das von Edeka bis zu 50.000.

Mit der Übernahme der Plus-Märkte der Tengelmann-Gruppe hat Edeka seine Marktposition und damit auch seine Marktmacht weiter ausgebaut. So kann Edeka in den Verhandlungen mit Lieferanten bessere Konditionen für sich herausschlagen. Edeka erklärte jedoch bereits vor der Übernahme der Plus-Märkte, dass es nicht gedenke, diese Konditionenvorteile in Form von Preissenkungen an seine Kunden weiterzugeben.

Eine Befragung der 50 größten Lieferanten von Edeka und der Tengelmann-Gruppe durch das Bundeskartellamt ergab, dass eine Mehrheit von ihnen eine große Verschlechterung bei den Rabattforderungen und bei der Durchsetzung von Kostensteigerungen erwartete. Auf die Frage “Erwarten Sie nach der Fusion Rabatt(nach)forderungen für zurückliegende Zeiträume (sog. „Hochzeitsrabatte“)?“ antworteten 68 Lieferanten mit JA und 15 mit NEIN. Die Erwartungen der Mehrheit der Lieferanten erfüllten sich.

    • Edeka forderte einen Hochzeits-, Distributions-, Partnerschafts- und Synergiebonus sowie teilweise rückwirkende Konditionenänderungen (teilweise mehr als 10 Prozent des Umsatzes).
    • Der Partnerschaftsbonus – gemeint ist eine Einmalzahlung für den anstehenden Umbau der Plus-Filialen – beläuft sich je nach Lieferant auf mehrere Hunderttausend Euro.

Edeka hat Mitte 2010 die Neuausrichtung der zentralen Beschaffung vorangetrieben. Im Fokus standen eine klare Verteilung der Zuständigkeiten zwischen Qualitätsmanagement und Einkauf, eine stärkere Orientierung am Wettbewerb und verbesserte Eigenmarken. Im Zuge dessen hat Edeka die Zahl seiner Lieferanten im Eigenmarkensortiment deutlich reduziert. Edeka kauft rund zwei Drittel des Netto-Eigenmarkensortiments ein. Mit dieser Bündelung will Edeka im Vergleich zu im Sortiment fokussierteren Discountern wie Aldi, und international einkaufenden Unternehmen wie Lidl und Kaufland kontinuierlich wettbewerbsfähiger werden.