Ausbeutung

Die Lieferanten geben den Preisdruck entlang der Lieferkette weiter. Den Preis für die Billigangebote der Supermarktketten zahlen andere: Angestellte und Arbeiter/innen hier in Deutschland und in den südlichen Produktionsländern, ebenso wie Tiere in den Mastanlagen und die Umwelt. Soziale und ökologische Standards gibt es entlang der gesamten Lieferkette kaum, oder sie werden von den Supermarktketten und ihren Lieferanten und Produzenten missachtet – erst dadurch sind Niedrigstpreise möglich.

Gängige Menschen- und Arbeitsrechtsverletzungen sind viel zu lange Arbeitszeiten ohne Pausen und unbezahlte Überstunden, die Verhinderung von Gewerkschaftsbildung, Sanktionen gegen Gewerkschaftsmitglieder, Löhne, die nicht zum Leben reichen, bis hin zu Kinderarbeit und sexueller Gewalt gegen die Arbeiterinnen. Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz sind oft nicht gewährleistet. Besonders in den südlichen Produktionsländern sind Arbeiter/innen oft ohne entsprechende Schutzkleidung und über lange Zeiträume hinweg Pestiziden ausgesetzt.

Die Einführung sozialer Mindeststandards muss u.a. Regelungen zu existenzsichernden Löhnen, zur Gewerkschaftsfreiheit, zu Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz und zur Nichtdiskriminierung von Frauen beinhalten. Ein Ansatz für die Festlegung existenzsichernder Löhne in den südlichen Produktionsländern stellt das Modell des Asiatischen Grundlohns dar.