Erneuter Missbrauch der Marktmacht: Millionenstrafe für Aldi & Co

Im bisher größten Kartellfall in der Konsumgüterindustrie hat das Bundeskartellamt wegen verbotener Preisabsprachen Bußgelder in Höhe von insgesamt 151,6 Millionen Euro verhängt.

Zahlen müssen unter anderem die Supermarktketten Aldi, Edeka, Kaufland, Metro, Rewe sowie mehrere Markenhersteller, darunter Haribo (Süßigkeiten), und Johnson & Johnson (Kosmetik).

Die Einzelhändler hatten mit den Herstellern über drei Jahre hinweg die Preise zu Lasten der Verbraucher/innen abgesprochen. „Der Fall der Preisabsprachen zeigt erneut, wie Supermarktketten ihre Marktmacht missbrauchen und sich durch solche Absprachen ihre Gewinne sichern. Erst letztes Jahr hatte das Bundeskartellamt zum ersten Mal umfänglich unfaire Handelspraktiken wie geforderte Zusatzzahlungen Edekas gegenüber ihren Lieferanten aufgedeckt und als Marktmacht-Missbrauch eingestuft. Leidtragende sind neben den Verbraucher/innen vor allem die Menschen am Anfang der Lieferkette. Dort erhalten Kleinbäuerinnen und -bauern häufig kein sicheres Einkommen und müssen zu Hungerlöhnen arbeiten,“ sagt Franziska Humbert, Referentin für Wirtschaft und Menschenrechte bei Oxfam Deutschland.

Der Fall zeigt, wie wichtig es ist, die Macht der Supermarktketten zu überwachen und einzudämmen und sollte Signalwirkung für das laufende Übernahmeverfahren von Kaiser‘s Tengelmann durch Edeka haben. „Der aufgedeckte Machtmissbrauch sollte Wirtschaftsminister Gabriel verdeutlichen, dass er der von Edeka und Tengelmann beantragten Erlaubnis zur Übernahme nicht zustimmen darf“, so Humbert.

Um langfristig die Supermarktmacht und unfaire Handelspraktiken einzudämmen, braucht es mehr verbindliche Regeln. Oxfam fordert daher im Rahmen der „Make Fruit Fair!“-Kampagne gemeinsam mit 18 internationalen Partnern von der EU-Kommissarin Biénkowska, gesetzliche Regeln für die Schaffung einer Streitschlichtungsstelle zu erlassen, die unfaire Praktiken überwacht und ahndet.

Setzen auch Sie sich für faire Handelspraktiken und verbindliche Regeln ein und unterzeichnen Sie unsere „Make Fruit Fair!“-Kampagne!
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